• Katha Freitag

Einflechten leicht gemacht

Aktualisiert: 14. Nov 2018

Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, hat Toledano eine unglaublich dichte und dicke, lange Mähne. Als ich ihn damals in Spanien proberitt, war seine Mähne offen. Das sah zwar für die Zuschauer toll aus, war für mich aber aus drei Aspekten ziemlich unpraktisch...



Erstens verfing sich jedes Mal, wenn ich den Zügel nachfassen wollte, Mähne in denselbigen. Was nicht nur für Toledano ätzend sein musste, denn ich kann mir vorstellen, dass das doch ganz schön ziept, sondern auch für mich, denn dauerhaft Mähne zwischen den Fingern ist beim Reiten doch einfach nervig :-).


Zweitens hat er wirklich soviel Mähne, dass man schlichtweg weder sein Genick ordentlich sehen konnte, noch linksseitig sein Auge, was es teilweise schwierig machte, die korrekte Stellung zu überprüfen.


Und drittens schwitzte er natürlich unter der Mähne einfach viel extremer als auf der Seite ohne Mähne. Sieht nicht nur komisch aus, sondern ich stelle mir das auch unangenehm vor, wenn man einseitig deutlich mehr schwitzt.


So war also dann zu Hause relativ schnell klar, dass beim Reiten die Mähne geflochten wird. Und ich mache das wirklich ausnahmslos jedesmal, wenn ich reite, aber auch beim Longieren. Anders bei der normalen Bodenarbeit, oder aber wenn wir ins Gelände gehen, da lasse ich die Mähne zum Schutz vor Fliegen auf, dort reite ich aber auch meist am langen Zügel und fasse nicht ständig nach, von daher stört dort die Mähne schlichtweg nicht.


Zu Anfang habe ich einfach fünf oder sechs Zöpfe geflochten, die einfach am Hals runterhingen, quasi als wollte ich Turnierzöpfe machen, nur ohne diese dann umzuschlagen. Oder wie sie Westernreiter oft machen. Diese fand ich weder sonderlich schön, noch gingen sie schnell und ein wenig unpraktisch waren sie auch.

Dann habe ich eine Zeitlang einen ganz normal geflochtenen französischen Bauernzopf gemacht. Dieser geht super schnell und einfach, ich mache ihn heute auch noch oft, wenn es wirklich schnell gehen muss.

Da das Flechten für Toledano und mich immer eine ganz besondere Zeit ist (er entspannt total und schläft fast ein dabei und ich kann dabei ebenso ganz toll entspannen und irgendwie ist die Atmosphäre einfach so still und friedlich, wenn ich ihn ganz allein im Stall hinten auf unserer Stallgasse flechte), habe ich angefangen, mit dem französischen Bauernzopf zu experimentieren und ihn in verschiedenen Varianten zu flechten. Diese Bilder habe ich auf meiner Instagram-Seite veröffentlicht und eine tolle Rückmeldung erhalten und ganz viele haben mich gefragt, wie ich diese Zöpfe mache. So habe ich dann zu jedem Zopf ein Youtube-Video gemacht und genau erklärt, wie ich die Zöpfe flechte.

Und zwei davon, welches mittlerweile meine beiden Favoriten sind, möchte ich euch gerne vorstellen und euch eine Anleitung zum Nachmachen geben. Ihr findet dazu zu jedem der beiden Zöpfe ein Youtube-Tutorial, welches ich für euch gedreht habe.


Der erste Zopf, ist der französische Bauerzopf, bei dem man nicht wie gewohnt die Strähnen übereinander legt und immer eine neue mit dazu nimmt, sondern er wird falsch herum geflochten. Das bedeutet nicht etwa vom Wiederrist zum Genick, sondern man führt die abgeteilten Strähnen nicht übereinander her, sondern untereinander. Außerdem nimmt man nicht immer zur äußeren, zum Mähnenkamm zeigenden Strähne eine neue hinzu, sondern man nimmt eine neue Strähne vom Mähnenkamm zu jeder mittleren Strähne des Zopfes hinzu. Das führt dazu, dass der Zopf, im Gegensatz zum normalen falsch herum geflochtenen Zopf, ein wenig lässiger und lockerer aussieht. Allerdings gehört ein wenig Geschick und Übung dazu, da der Kopf umdenken muss und man erstmal seine Finger sortieren muss. Auf dem Bild unten könnt ihr den Zopf sehen. Darunter das Videotutorial.


Französischer Bauernzopf falsch herum geflochten, mit neuer Strähne zu jeder mittleren Strähne






Der zweite Zopf ist mein absoluter Favorit, diesen flechte ich zu 80 Prozent, da er mega schön aussieht und noch dazu super hält. Er geht schneller als der vorherige und ist um einiges einfacher zu flechten. Er sitzt relativ stramm und dicht am Mähnenkamm und macht so zusätzlich noch eine wunderschöne Oberhalslinie, von daher auch ein perfekter Turnierzopf.

Bei diesem Zopf werden die Strähnen wieder normal übereinander geflochten und es wird zu jeder Strähne, sowohl zur Rechten, als auch zur Linken äußeren eine neue Strähne vom Mähnenkamm mit dazugeflochten. Das heißt man holt sich, wenn man die rechte Strähne über die Mittlere legt, eine neue Strähne vom Mähnenkamm mit dazu, und sofort, wenn man die linke Strähne über die mittlere legt, holt man sich (jetzt allerdings wird die neue Strähne vom Kamm einmalig unter den anderen durchgeführt) auch wieder eine neue Strähne mit dazu, legt diese dann aber wieder ÜBER die mittlere. So ist dieser Zopf wirklich ruck-zuck geflochten und hält echt toll. Das Foto und Tutorial zu diesem Zopf seht ihr unten.


Französischer Bauernzopf richtig herum geflochten, mit neuer Strähne von oben UND unten




Vielleicht habe ihr ja auch Pferde mit langer Mähne und möchtet gerne ein wenig ausprobieren. Eine Idee zu einem neuen Zopf habe ich schon wieder und werde diesen die nächsten Tage ausprobieren. Sollte er gut werden, werde ich euch wieder ein Video dazu drehen.

Bis dahin wünsche ich euch viel Spaß beim ausprobieren und flechten...


Eure Katha

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